Vereinsgemeinschaft Höchstädter Fischereivereine (VHF)

Ein Blick in die Chronik

Es begann im Jahre 1988


Von Josef B. Frank ©

 

In keiner Stadt in Bayern gab es 1988 soviele Fischereivereine wie in Höchstädt. Damals waren es fünf an der Zahl. Dies wurde seinerzeit vom Fischereiverband Schwaben und Landes-Fischereiverband Bayern bestätigt. Es ist zwar für die Freunde der Fischerei optimal, wenn sie eine Auswahl an Vereinen haben, aber es bringt zum Leidwesen der Vereinsverantwortlichen auch Schwierigkeiten mit sich. Dies zeigte sich immer dann, wenn von der Stadt Höchstädt ein Gewässer zur Verpachtung anstand.


Meistens waren dann mehrere Interessenten für das Gewässer da. Hier wurde dann unter den Vereinen mit Haken und Ösen gekämpft - zum Teil unterhalb der Gürtellinie. Jede Partie versuchte seine Einflüsse im Stadtrat geltend zu machen; zum Teil wurden gegenseitig der Pachtzins hochgetrieben. Der Stadtrat wusste von vornherein, egal für welchen Bewerber er sich auch entscheidet, dass es immer Unzufriedene gab. Die Vereine untereinander drifteten immer weiter auseinander. Es war eine höchst ungute Sache; der Friede untereinander und im Vereinsgefüge im kleinen Städtchen Höchstädt war erheblich gestört.
In dieser Phase war es vor allen Dingen der Höchstädter "Fischereiprofessor" Willi Mair, damals Vorsitzender des Anglerclubs 70 e. V., der die Problematik erkannte und gemeinsam mit Adolf Kundernatsch, Vorsitzender des Sportfischereivereins Höchstädt, die Vereinsvorsitzenden aller Fischereivereine 1988 an einen Tisch rief.
Es folgten einige Gespräche; anfänglich sah es bestimmt nicht nach einem Konsens aus. Das größte Problem war, eine geeignete und verbindliche Rechtsform zu finden, mit der man küftig gemeinsame Sache machen könne. Dies stellte sich als sehr schwierig heraus, da alle Vereine im Vereinsregister eingetragen und somit im Sinne des Gesetzes juritische Personen waren und eine Verschmelzung mit großen Schwierigkeiten verbunden gewesen wäre. Hinzu kam noch, dass die Vereine zwar gerne die Vorteile einer Vereinigung mitgenommen hätten, jedoch von ihrer Eigenständigkeit nicht abgehen wollten. Erschwerend kam hinzu, dass die Vereinsvorsitzenden den Sinn eines Zusammenschlusses erst ihren Mitgliedern nahe bringen mussten und es letztlich deren Votum zu berücksichtigen galt.

 


Gründung einer Vereinigung 1989

Am 2. Mai 1989 war es dann soweit: Die fünf Vereine

 

Höchstädter Fischereiverein 54 e. V.,

vertreten durch 1.Vorsitzenden Adolf Kudernatsch

 

Anglerclub 70 e. V.,

vertreten durch 1. Vorsitzenden Willi Mair

 

Sportfischereiverein Deisenhofen e. V.,

vertreten durch 1. Vorsitzenden Manfred Seifried

 

Anglerfreunde Höchstädt e. V.,

vertreten duch 1. Vorsitzenden Winfried Reichert

 

Anglerclub Deisenhofen e. V.,

vertreten durch 1. Vorsitzenden Ingo Beck

 

schlossen sich im Gasthof "Krone" in Höchstädt zu einer Vereinigung zusammen, die den Namen "Vereinsgemeinschaft Höchstädter Fischereivereine (VHF) erhielt. Gast dieser Versammlung war der juristische Berater des Fischereiverbandes Schwaben, Dr. Jobst Wiesner.
Folgende Zielsetzungen wurden formuliert:

1. Zweck der Vereinsgemeinschaft ist es, die Mitglieder im Rahmen aller Verhandlungen mit der Stadt Höchstädt zu vertreten;
2. Die Vereinsgemeinschaft wird versuchen, dass der Antrag genehmigt wird, dass künftig Fischereirechte, die zur Verpachtung anstehen, nur noch an die Vereinsgemeinschaft weitergeleitet werden. Dabei ist der Beschluss der Vereinsgemeinschaft, welches Mitglied für die Verpachtung vorgesehen ist, zu berücksichtigen;
3. Jeder Einzelverein entsendet zwei Personen in die Vereinsgemeinschaft, welche die Belange ihres Vereins bei Abstimmungen vertreten sollen;
4. Dieses Beschlussgremium wählt aus seiner Mitte einen Sprecher, der die Vereinsgemeinschaft nach außenhin gegenüber der Stadt vertreten wird.

Das Beschlussgremium, bestehend aus den 1. und 2. Vorsitzenden der Vereine, wählte am 10. Mai 1989 im Gasthof "Glocke" einstimmig

 

Adolf Kudernatsch, Vorsitzender Sportfischereiverein Höchstädt

Willi Mair, Vorsitzender Anglerclub 70

 

zu deren Sprecher.

Wichtigster Punkt war zunächst, die Stadt Höchstädt dazu zu bewegen, dass bei der Verpachtung von städtischen Gewässern die VHF zu berücksichtigen. Dazu wolle dann die VHF eine Empfehlung abgeben, welcher Verein das Wasser erhalten soll. Diese Vereinbarung wurde sinngemäß von der Stadt angenommen, allerdings behielt sie sich vor, über ihr Eigentum ohne Einschränkung verfügen zu können. Das war immerhin eine Basis, auf der aufgebaut werden konnte.
Im Jahre 1989 ebtablierte sich ein weiterer Verein in der VHF: der Sportfischereiverein Sonderheim unter Vorsitz von Alwin Breskott.
Die VHF gab sich eine interne Ordnung, darunter wie bei der Anpachtung von Gewässern der Stadt verfahren werden solle. Hier wurde festgelegt, dass der VHF-Verein, der das Wasser bisher gepachtet hatte, dieses auch wieder erhalten solle, sofern er Interesse daran hat. Wenn nicht, werde unter der VHF der neue Pächter ermittelt.
Die Praxis zeigte, dass sich das Konzept bewährt. Die VHF machte ihre Vorschläge, die Stadt nahm diese an und der Stadtrat war froh, dass die von früher gewohnten "Grabenkämpfe" allemal vom Tisch waren.
Die VHF traf sich ein- bis zweimal jährlich zu Sitzungen und zum Erfahrungsaustausch. Die Atmosphäre zwischen den Vereinen wurde immer besser, da sich die Erkenntnis durchgesetzt hatte, das ein Miteinander für alle mehr brachte als ein Gegeneinander.
Nach einigen Jahren traten Willi Mair und Adolf Kudernatsch als VHF-Sprecher ab. Ihre Nachfolger wurden

 

Werner Reichhardt, Vorsitzender Fischereiverein Höchstädt

Alwin Breskott, Vorsitzender Sportfischereiverein Sonderheim

 

Inzwischen ist die VHF zusammengewachsen. Es werden gemeinsame Veranstaltungen praktiziert wie das jährliche VHF-Königsfischen und VHF-Jugendfischen. Immer tritt ein anderer Verein als Veranstalter auf. Bei den Sitzungen werden untereinander neben allgemeinen vorwiegend fachspezifische Themen diskutiert. Jeder Verein profitiert von der Erfahrung des anderen.
Der Kontakt mit der Stadt ist gut und wird gepflegt. Ein ganz wesentlicher Punkt wurde in diesem Zusammenhang erreicht: die Anwendung eines einheitlichen Pachtzines für alle VHF-Vereine.
Für den Autor der Zeilen, der bei fast allen Sitzungen von Beginn an dabei war, ist das Projekt "VHF" trotz der anfänglichen Schwierigkeiten und scheinbar unüberbrückbaren Hindernisse gelungen und der einzig richtige Weg.

 


2003

Bei der VHF-Versammlung am 26. Februar 2003 im Gasthaus "Papst" in Höchstädt konnte Vorsitzender Werner Reichhardt als Gast Fischereifachberater Roland Paravicini vom Bezirk Schwaben begrüßen, der fachkundig und transparent zu Fragen Stellung bezog und wertvolle Tipps und Anregungen vermittelte. Der Gast machte das Angebot, bei Fachfragen gerne zur Verfügung zu stehen. Daher nachstehend die Anschrift:


Roland Paravicini, Prinzregentenstr. 8, 86150 Augsburg,Tel. 0821/3101249, Fax: 0821/3101405, E-Mail: This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

 

Die Vereinigung beschloss, an der Feier der Stadt im Jahr 2004 anlässlich der Schlacht von 1704 aktiv mitzuwirken. Zum Kooradinator und Ansprechpartner wurde Stefan Schmid ernannt. Gegen Ende der Versammlung wurde Stefan Schmid von den Anwesenden einstimmig zum neuen VHF-Sprecher gewählt, nachdem Werner Reichhardt nach langjähriger Tätigkeit sein Amt zur Verfügung gestellt hatte. Josef Frank dankte Werner Reichhardt im Namen aller Vereine für seine langjährige und effiziente Arbeit.

Die neue VHF-Führung:

 

VHF-Sprecher: Stefan Schmid, Vorsitzender Angelclub 70 e. V.

Stellvertreter: Alwin Breskott, Vorsitzender Sportfischereiverein Sonderheim

 


2004

Das Jahr 2004 stand bei der VHF ganz im Zeichen des 300. Gedenkjahres der Schlacht von 1704 respektive der Vorbereitung zu den Festtagen und die Festtage vom 5. bis 14. August selbst. Die VHF errichtete auf dem Anwesen Steinbinder ein "Fischerdorf" mit kleinem Teich. An allen neun Tagen sorgten die Fischer gemeinsam für die Bewirtung der Gäste. Für Auf- und Abbau sowie für die Bewirtung leistete die VHF insgesamt 3926 Arbeitsstunden. Die einzelnen Stunden der Vereine waren: Anglerclub 70 1263, Deisenhofen 935, Fischereiverein 54 591, Anglerfreunde 569 und Sonderheim 568. Insgesamt wurden 220 kg Karpfenfilet nur für Fischknöpfle verarbeitet. Das "Fischerdorf" in Höhe des Schlosses wurde aufgrund seines anziehenden Flairs von den Besuchern gut angenommen. Zahlreiche Fischspezialitäten hatten die Fischer in ihrem Angebot, die von den Festbesuchern durchwegs sehr positiv beurteilt wurden.Großer Dank gebührt der Familie Steinbinder, ohne deren große Unterstützung dieser gute Festverlauf nicht möglich gewesen wäre. Die in der VHF verbundenen Fischervereine haben gezeigt, dass sie durchaus in der Lage sind, auch grßere Veranstaltungen reibungslos durchzuführen. Als erfreulicher Nebeneffekt kann gewertet werden, dass sich die Mitglieder der einzelnen Vereine durch die enge Zusammenarbeit vor und während der Festtage näher gekommen sind.

 


2005

Als Dankeschön für alle Helfer im "Fischerdorf" bei den Festtagen vom 5. bis 15. August 2004 wurde am 4. Juni 2005 ein Helferfest gefeiert.Dieses fand ebenfalls wieder im Anwesen Steinbinder statt. Die Familie hatte auch seinerzeit ihr Anwesen den Fischern zur Verfügung gestellt. Die Veranstaltung verlief harmonisch. Die Fischer zeigten einmal mehr, dass sie nicht nur Gäste zu bewirten verstehen, sondern auch selbst feiern können. Eine große Freude war es für die Fischer, dass Bürgermeisterin Hildegard Wanner ihnen eine Besuch abstattete.
Ein schwerer Schlag für die VHF: Mit Trauer und Betroffenheit wurde Nachricht vom Tode ihres Vorsitzenden und Sprechers Stefan Schmid aufgenommen. Er verstarb völlig unerwartet in der Nacht zum 13. August im Alter von 56. Jahren. Seit 2003 hat Stefan Schmid die Geschicke der VHF geleitet. Er hat es mit seiner menschlichen und liebenswürdigen Art stets verstanden, die Interessen der VHF Mitgliedsvereine nachhaltig zu vertreten. Er hinterläßt eine Lücke, die nur schwer zu schließen sein wird.

 


2006

Bei der VHF-Sitzung am 11. März konnte der kommissarische VHF-Vorsitzende Alwin Breskott erstmals den neuen Vorsitzenden des Fischereivereines 54 e. V., Walter Eser, willkommen heißen. Walter Eser stellte sich seinen Fischerkameraden vor und gab einen kurzen Umriss über seine Zielsetzungen. Durch den Tod von VHF-Sprecher Stefan schmid wurde die Neuwahl nötig.
Künftig werden die VHF vertreten:

 

 

VHF-Sprecher: Alwin Breskott, Vorsitzender Sportfischereiverein Sonderheim

Stellvertreter: Wilhelm Mair, Vorsitzender Anglerfreunde

 

Bei der VHF-Sitzung am 9. Dezember 2006 stellte Sprecher Armin Breskott sein Amt als VHF-Sprecher zur Verfügung. Es wurde beschlossen, dass sein Stellvertreter Willi Mair bis zur Neuwahl die VHF vertritt.

 


2007

Auf der Goldbergalm in Lutzingen in Lutzingen fand am 23. Februar die VHF-Sitzung mit Neuwahlen statt. Die neuen VHF-Sprecher sind:

 

VHF-Sprecher: Thomas Gerstmeir, Vorsitzender Angelclub 70

Stellvertreter: Wilhelm Mair, Vorsitzender Anglerfreunde

 

Zum Schriftführer wurde Wolfgang Lämmermaier (Angelclub 70) bestellt. Desweiteren konnten einige Regularien neu gefasst werden, so zum Beispiel die Stimmberechtigung innerhalb der VHF.

Am 12. Juli richteten die VHF-Vereine Fischereiverein 54, Angerclub 70, Anglerfreunde und der Fischereiverein Deisenhofen das Höchstädter Brunnenfest aus. Die Fischer hatten Glück, das Wetter spielte mit und es wurde insgesamt ein gelungener Abend. Wieder einmal hat sich gezeigt, dass die Fischer gemeinsam - wie bereits im Jahre 2004 bei den Festivitäten zur Erinnerung an die Schlacht von 1704 - gemeinsam was auf die Beine stellen können.

 


2009

Auf der Goldbergalm in Lutzingen in Lutzingen fand am 13. März die VHF-Sitzung mit Neuwahlen statt. Die neuen VHF-Sprecher sind:

 

VHF-Sprecher: Thomas Gerstmeir, Vorsitzender Angelclub 70

Stellvertreter: Walter Eser, Vorsitzender Fischereiverein

 

Zum Schriftführer wurde Anfreas Käßmeier (Angelclub 70) bestellt.